Zur Startseite - Home

Feier des Agapemahls

Nazareth trägt

In unserer Gemeinschaft tragen viele dazu bei, dass fachlicher Austausch, kollegiale Begleitung, diakonische Reflexion, geistliche Stärkung, Gottesdienst und Gebet stattfinden.

Bei unseren Treffen entwickeln sich immer wieder neue Kontakte und Möglichkeiten gemeinschaftlichen Lebens.

 

  

"Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz"

Aus dem Nazareth Brief 2018-03

Liebe Schwestern und Brüder,
liebe Leserinnen und Leser des Nazareth Briefes.

„Wir müssen reden – diesmal übers Geld.“ So lauteten die ersten Zeilen des Jahresberichtes des Gemeinschaftsrates der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth über das zurückliegende Geschäftsjahr 2017. Die Gemeinschaft wirtschaftet nahezu autark, das heißt, einen sehr großen Teil dessen, was sie ausgibt, hat sie zuvor über Mitgliedsbeiträge und Spenden erwirtschaftet. Die Mitglieder tragen ihre Gemeinschaft mit ihren Beiträgen - und natürlich mit ihrer Beteiligung und ihren Gebeten.

Wenn wir in der Gemeinschaft übers Geld reden, dann machen wir dies alljährlich, weil der Herbst-Gemeinschaftstag (unsere Mitgliederversammlung) jedes Jahr aufs Neue den Gemeinschaftsrat für seine Arbeit entlasten muss. Da funktionieren wir genauso wie ein Verein, in dem Vereinsvorstand und Kassenwart Bericht geben müssen und die Zustimmung der Mitgliederversammlung benötigen.

In diesem Jahr mussten wir uns mehr Gedanken als sonst über unser gemeinschaftliches Geld machen, weil uns an manchen Stellen Kosten davonlaufen (wegen der ganz normalen Preis- und Lohnentwicklungen) und weil die Zahl der Todesfälle in der Gemeinschaft auf absehbare Zeit die Neuaufnahmen übersteigen werden. Wir haben in den letzten Jahren immer 15-20 neue Mitglieder aufgenommen – das ist ein großartiger Erfolg! In 2017 sind jedoch 46 Mitglieder verstorben. Das wird nicht immer in dieser Größenordnung so bleiben, dennoch wird unsere Gemeinschaft in den nächsten Jahren (ein wenig) kleiner – und dann müssen wir eben auch übers Geld reden.

Der zurückliegende Gemeinschaftstag in Nazareth hat sich diesem Thema ausführlich gewidmet. Da wurde gerungen, diskutiert, hin- und her gerechnet, Ideen gesponnen, verworfen und wieder neue entwickelt. Es war ein buntes und dynamisches Treiben hier in Nazareth. Alles in allem hat es sich sehr gelohnt. Wir haben gute Erträge sammeln können, an denen nun der Gemeinschaftsrat weiterarbeiten kann. Sie finden in diesem Nazareth Brief ein paar Spuren dieses Gemeinschaftstages.

Die Suche nach irdischen Ressourcen für unseren Auftrag stellen wir in den Horizont unseres christlichen Glaubens. Die Bibelarbeit von Pastorin Dr. Johanna Will-Armstrong zum Thema des Gemeinschaftstags „Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“ (Mt. 6, 21) bildete die Grundlage unseres Nachdenkens. Sie finden diese ebenso in diesem Heft abgedruckt, wie die Predigt vom Einsegnungssonntag am 23.09.2018, die Pastorin Jutta Beldermann mit Schwestern und Brüdern gehalten hat, die in ihr Amt als Diakonin/Diakon eingesegnet wurden. Ein beredtes und bewegendes Zeugnis von jungen Menschen, die sich darauf eingelassen haben, die Zukunft von Kirche und Diakonie verantwortlich mitzugestalten.

Das Nachdenken über das Geld hat Kirche und Diakonie schon immer geprägt – auch in der Ur- und Frühgeschichte Bethels gab es notgedrungen immer wieder Auseinandersetzungen mit diesem Thema. Neben dem Gotteslohn musste es auch etwas zu essen geben, Häuser mussten erweitert und neu gebaut, medizinische, technische und andere fachliche Errungenschaften eingeführt und Wissen vermittelt werden. Das Bethel-Geld wurde erfunden und eine Brockensammlung gegründet, die aus Brocken „Schätze“ machen sollte – das tut sie bis heute. Zu beidem finden Sie Aufsätze in diesem Heft.

Aktuelle Bezüge diakonischer Arbeit zum Geld sind unter den heutigen gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen sozialer Arbeit mindestens so brisant, wie sie es wohl auch früher waren. In den 1980er und 90er Jahre wurde diskutiert, ob diakonische Träger wie Bethel auch als Unternehmen zu betrachten und demgemäß zu entwickeln und zu steuern sind. Sie sind es, das ist heute eine Selbstverständlichkeit, aber sie sind es beileibe nicht nur. Die Jahre nach der Jahrtausendwende bescherten uns die Debatte um die „Ökonomisierung des Sozialen“. Regeln und Gesetze des freien Marktes wurden nun auch auf den Sozialmarkt übertragen. Wettbewerb sollte die drohenden Preissteigerungen im Sozial- und Gesundheitswesen möglichst gering halten. Künftig sprach man von sozialen und gesundheitsbezogenen Dienstleistungen und nannte Patienten und Bewohner Nutzer und Kunden. Die Ökonomisierung aller Lebensbereiche machte alles prinzipiell ein- und verkaufbar, zumindest für diejenigen, die es sich leisten konnten. Solidarische Lebens- und Organisationsprinzipien (Stichwort „Teilen“) verloren an Bedeutung. Märkte wurden globalisiert, Freizügigkeit und Selbstbestimmtheit höchste Tugenden.

Heute erleben wir, wie sehr uns diese Entwicklungen auch an Ränder führen: an Grenzen des ökologisch Verantwortbaren (Klimawandel), Grenzen von Gerechtigkeit und friedlichem Zusammenleben (Ausbeutung von Mensch und Natur, Kriege und Fluchtbewegungen), Grenzen des Leistbaren (Arbeitsverdichtung) und Vieles mehr.

Muss das alles so sein – alles alternativlos?

Wo also sind unsere Schätze, wofür schlagen unsere Herzen wirklich? Lassen Sie sich bitte anregen und anstiften zum Nachdenken über diese Fragen.

Dort, wo Gott ins Spiel kommt (im Spiel bleibt), da bleibt nichts, wie es war.

Dort, wo Gott ins Spiel kommt, atmet die Welt Ausgleich, Gerechtigkeit, Achtung, Würde und Frieden – das ändert alles - das ist unsere Perspektive, unsere Grundlage. Ohne die reden wir nicht übers Geld, sonst wird aus Geld Mammon. Da sei Gott vor!

Herzlich, Ihr/Euer
Wolfgang Roos-Pfeiffer

   Informationen

  » Geschäftsstelle
  » Impressum

nazarethbrief online...

Hier klicken -> zum nazarethbrief
» Hier online lesen...


"Diakonische Gemein-schaft Nazareth bedeu-tet für mich: Austausch über aktuelle und beru-fliche Themen, Vielfalt, Begegnung, Wohlfühlen und mich persönlich weiterentwickeln zu können."

Jacqueline C.


Termine

Die nächsten Termine im Überlick.

Herzliche Einladung!


Nazareth-Leporello: » Was kann aus Nazareth Gutes kommen? Komm und sieh es! « - [pdf]-Datei öffnen

» Link zum Mitgliederforum


Nützliche Links
Kontaktformular

 

Informationen
Impressum
Datenschutz
Tipps zum Datenschutz
Barrierefreiheit

Service
Sitemap


Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel sind wegen Förderung mildtätiger, kirchlicher und als besonders förderungswürdig anerkannter gemeinnütziger Zwecke nach dem Freistellungsbescheid bzw. nach der Anlage zum Körperschaftsteuerbescheid des Finanzamtes Bielefeld-Außenstadt, StNr. 349/5995/0015, vom 25.02.2015 für den letzten Veranlagungszeitraum nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftsteuergesetzes von der Körperschaftsteuer und nach § 3 Nr. 6 des Gewerbesteuergesetzes von der Gewerbesteuer befreit. 

Diese Webseite verwendet Cookies, um die Bedienfreundlichkeit zu erhöhen. Weitere Informationen.

OK

© 2019 v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel